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Wie Banken durch verbesserte Bedrohungsanalyse Cyberbetrug verhindern

Cyberbetrug durch verbesserte Bedrohungsanalyse verhindern 

Veröffentlicht: 30. September 2025

Porträtfoto für Jim Alvihiera

Jim Alvilhiera

Principal, Services Business Development, Mastercard

Frau auf dem Dach eines Geschäftsgebäudes

Artikel im Überblick:

  • Betrug ist selten ein einmaliges Ereignis. Es handelt sich dabei in der Regel um den Monetarisierungsschritt in einer längeren Kette von Cyberangriffen. 
  • Bei vielen Banken sind Cybersicherheit und Betrugsprävention immer noch voneinander getrennt, was dazu führen kann, dass Warnsignale übersehen werden und die Reaktionen langsamer ausfallen.
  • Wenn Cyber- und Betrugsteams Informationen austauschen, können sie Muster erkennen, die auf potenziellen Betrug hinweisen, und verdächtige Aktivitäten unterbinden, bevor diese eskalieren. 
  • Spezielle Bedrohungsanalysen für den Zahlungsverkehr und der branchenweite Austausch von Angriffsmustern sind unerlässlich, um Cyberkriminalität zu verhindern.

Die Ausgangslage: Warum frühe Betrugssignale nicht ignoriert werden dürfen.

Die weltweiten Verluste durch Bankbetrug werden in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich um 153 % steigen, von 23 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 58,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Banken könnten Millionen sparen, indem sie auf Frühwarnzeichen reagieren. Doch in vielen Organisationen erhalten die isolierten Betrugsteams nicht rechtzeitig die richtigen Cyber-Informationen.

Betrug ist selten ein isoliertes Ereignis. Ein Cyberkrimineller kann bei einem Datenleck Kreditkartendaten stehlen und diese an einen anderen Kriminellen verkaufen, der sie dann nutzt, um Betrug zum finanziellen Vorteil zu begehen.

Dieser Verstoß ist ein frühes Anzeichen für Betrug. Wenn das Cybersicherheitsteam einer Bank dies jedoch nicht der Betrugsprävention meldet, ist die Möglichkeit zum Eingreifen vertan. Aus diesem Grund werden Betrugsbekämpfungsteams erst dann aktiv, wenn die Kriminellen ihr Geld erhalten haben und bereits finanzieller und Reputationsschaden entstanden ist.

Ohne Zusammenarbeit und geteilte Informationen bleiben Frühwarnsignale isoliert. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, benötigen Banken Rahmenbedingungen, die Cybersicherheit und Betrugsprävention miteinander verbinden und es ihnen ermöglichen, Cyberkriminalität und Betrugsmuster zu unterbinden, bevor sie sich auf den Kunden auswirken.

Der Weg von Cyberkriminalität zu Betrug: Wie Cybersicherheitsvorfälle als Frühindikatoren für Betrug dienen

Viele Cyberkriminelle operieren in komplexen Lieferketten, in denen sich verschiedene Akteure auf jede Phase eines Angriffs konzentrieren, vom ersten Eindringen oder Ausnutzen bis hin zur Monetarisierung.

In diesem Umfeld sind scheinbar unbedeutende Cybervorfälle oft ein Vorbote größerer Betrugsfälle, darunter:

  • Phishing- und Social-Engineering-Techniken
  • Zugangsdatendiebstahl durch Schadsoftware
  • Digitale Skimming-Angriffe
  • Botgesteuerte Kartentests

Phishing- und Social-Engineering-Techniken

Angreifer geben sich als vertrauenswürdige Marken oder Einzelpersonen aus oder erstellen gefälschte Webseiten, um Opfer dazu zu verleiten, sensible Daten preiszugeben. Phishing-as-a-Service-Plattformen nutzen mittlerweile generative KI, um überzeugende Nachrichten und Webseiten zu erstellen, wodurch Betrugsversuche für den Durchschnittsbürger noch schwieriger zu erkennen sind. Die bei Phishing-Angriffen gestohlenen Informationen werden häufig verkauft oder dazu benutzt, sich Zugang zu Konten zu verschaffen und unautorisierte Transaktionen durchzuführen.

Zugangsdatendiebstahl durch Schadsoftware

Schadsoftware wie Infostealer und Keylogger erfassen Anmeldeinformationen von infizierten Geräten. Gestohlene Zugangsdaten sind mittlerweile die Hauptursache für Angriffe auf Webanwendungen und machen 88 % aller Vorfälle in dieser Kategorie aus. Betrüger nutzen diese Zugangsdaten für Account-Takeover-Angriffe (ATO), bei denen sie die Kontrolle über legitime Konten erlangen, um Geld zu transferieren oder Finanzbetrug zu begehen.

Digitale Skimming-Angriffe

Cyberkriminelle schleusen Schadcode in die Checkout-Seiten von E-Commerce-Shops ein, um Kartendaten zu stehlen. Gestohlene Daten werden dann entweder verkauft oder für betrügerische Einkäufe missbraucht.

Gruppen, die als Magecart bekannt sind, haben sich auf diese groß angelegten Skimming-Angriffe spezialisiert. Im Jahr 2024 boten Bedrohungsakteure 70 Millionen mehr Kartendatensätze zum Verkauf an als im Jahr 2023, was das wachsende Ausmaß der Bedrohung verdeutlicht.

Botgesteuerte Kartentests

Um zu überprüfen, ob gestohlene Kartendaten gültig sind, führen Betrüger mithilfe automatisierter Skripte Testtransaktionen mit kleinen Beträgen auf E-Commerce-Websites durch. Aktive Karten werden dann verkauft oder für größere Betrugsversuche missbraucht. Validierte Daten sind besonders wertvoll auf kriminellen Marktplätzen, wo vollständige Identitätspakete, sogenannte „Fullz“ (einschließlich Sozialversicherungsnummern, Geburtsdaten und Adressen), für bis zu 100 US-Dollar verkauft werden können.

Um diese Tests durchzuführen, nutzen Betrüger Händleridentifikationsnummern (MIDs) aus, die eindeutigen Kennungen, die mit Händlerkonten verknüpft sind und es Unternehmen ermöglichen, Zahlungen abzuwickeln.

Während Tester-MIDs dazu dienen, Transaktionen zu simulieren und die Funktionsfähigkeit von Systemen vor der Inbetriebnahme zu bestätigen, werden sie von Kriminellen für Kartentests missbraucht. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der identifizierten Tester-MIDs um 48 %, wodurch Betrüger mehr Möglichkeiten erhielten, gestohlene Kartendaten zu validieren.

Warum bleiben Betrugssignale unbemerkt? Die Kluft zwischen Cybersicherheits- und Betrugsteams

Cyberangriffe gehen Betrugsfällen oft voraus, doch viele Warnsignale erreichen nie die richtigen Personen. Bei vielen Banken und Finanzinstituten entsteht diese Diskrepanz durch verschiedene Hindernisse:

  • Organisatorische Silos: Getrennte Berichtswege bedeuten, dass Cyberwarnungen selten in Betrugsmodelle einfließen und Betrugsereignisse möglicherweise nicht auf ihren Cyberursprung zurückgeführt werden können.
  • Ressourcenengpässe: Größere Institutionen verfügen möglicherweise über Programme zur Zusammenführung von Cyberbetrugsdaten, kleinere Institutionen hingegen haben oft nicht das Personal und das Budget für eine effektive Integration und einen effektiven Datenaustausch.
  • Datenlücken: Die meisten Finanzinstitute unterhalten einen externen Bedrohungsdaten-Feed, der ein breites Spektrum an Cyberbedrohungen abdeckt, übersehen aber beispielsweise zahlungsspezifische Indikatoren im Zusammenhang mit Betrug.
  • Begrenzter Informationsaustausch: Selbst bei starker Cyber- und Betrugsaufklärung verzögert ein mangelnder Informationsaustausch zwischen den Finanzinstituten die Erkennung und schwächt die Fähigkeit der Branche, Angriffe frühzeitig zu unterbinden.

Von reaktiv zu proaktiv: Die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Cybersicherheits- und Betrugsbekämpfungsteams

Damit Cyber- und Betrugsteams effektiv zusammenarbeiten können, benötigen Banken strukturierte Ansätze zur Zusammenführung von Cyberbetrugsbekämpfung, die eine konsistente und wiederholbare Zusammenarbeit ermöglichen. Es gibt mehrere Schritte, die Banken unternehmen können, um die Lücke zu schließen und zu einer proaktiven Verteidigung überzugehen:

  • Nutzen Sie zahlungsorientierte Erkenntnisse
  • Informationsaustauschroutinen entwickeln
  • Ausweitung des Informationsaustauschs im gesamten Finanzökosystem

Nutzen Sie zahlungsorientierte Erkenntnisse

Spezielle Bedrohungsanalysen für Zahlungsdienste helfen Teams dabei, Bedrohungsanalyse und -reaktion direkt auf Betrugsrisiken abzustimmen. So können beispielsweise mithilfe von Geheimdienstinformationen E-Skimmer-Infektionen bei Händlern erkannt werden, bevor Kartendaten gestohlen werden. Diese Informationen ermöglichen es Banken, risikobehaftete Karten proaktiv zu überwachen, Verluste zu reduzieren und Beeinträchtigungen für Kunden zu minimieren.

Entwickeln Sie kosteneffiziente Routinen zum Informationsaustausch.

Banken benötigen keine riesigen Budgets, um vom Informationsaustausch zu profitieren. Betrugs- und Cyber-Teams in kleineren Institutionen können grundlegende Fusionspraktiken anwenden, wie z. B. wöchentliche gemeinsame Überprüfungen zur Analyse von Datenmustern oder Ad-hoc-Zusammenarbeit bei bestimmten Cyber-Ereignissen. 

Diese Routinen schaffen Vertrauen zwischen den Teams und helfen ihnen, Bedrohungsdaten proaktiv zu nutzen und effektive Notfallpläne zu erstellen. 

Ausweitung des Informationsaustauschs im gesamten Finanzökosystem

Wenn Institutionen Informationen für sich behalten oder sie nur mit einer Handvoll Partnern teilen, fällt es der Branche schwer, eine gemeinsame Verteidigung aufzubauen. Ein breiterer Informationsaustausch trägt dazu bei, Betrug im gesamten Ökosystem schneller zu unterbinden.

Vorteile integrierter Cyber- und Betrugsaufklärung

Eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Cyber- und Betrugsbekämpfungsteams hilft Banken, Cyberbetrug effektiver zu verhindern und bringt klare Vorteile mit sich, darunter:

  • Schnellere Betrugserkennung und -reaktion
  • Stärkeres Kundenvertrauen und höhere Kundenbindung
  • Klarerer ROI für Sicherheits- und Betrugsbekämpfungsverantwortliche

Schnellere Betrugserkennung und -reaktion

Integrierte Erkenntnisse verkürzen die mittlere Erkennungszeit und ermöglichen es den Teams, Bedrohungen besser zu verstehen und schneller darauf zu reagieren, bevor sie sich zu groß angelegtem Betrug ausweiten. Durch das frühzeitige Erkennen von Angriffen können Banken finanzielle Verluste begrenzen und die Auswirkungen auf ihren Geschäftsbetrieb und ihre Kunden minimieren.

Stärkeres Kundenvertrauen und höhere Kundenbindung

Die Reduzierung von Betrugsfällen kann auch dazu beitragen, die Kundenabwanderung zu minimieren und langfristige Kundenbeziehungen zu fördern. Fast zwei Drittel der Bankkunden (62 %) geben an, dass der Umgang einer Bank mit Betrugsfällen einen größeren Einfluss auf das Vertrauen hat als der Betrugsfall selbst.

Klarerer ROI für Sicherheits- und Betrugsbekämpfungsverantwortliche

Sicherheitsteams haben oft Schwierigkeiten, ihren Einfluss auf die Geschäftsentwicklung nachzuweisen. Indem sie ihre Arbeit direkt mit Betrugsprävention verknüpfen, können sie messbare Ergebnisse wie geringere Kundenabwanderung, erhaltenen Kundenwert und reduzierte finanzielle Verluste nachweisen.

Wenn Betrugs- und Cybersicherheitsteams zusammenarbeiten, können beide Funktionen ihren strategischen Wert deutlich unter Beweis stellen. Die Zusammenarbeit stärkt ihre Rolle beim Aufbau von Kundenvertrauen und beim Schutz des wirtschaftlichen Erfolgs des Instituts.

Verborgene Signale in eine proaktive Verteidigung umwandeln

Wenn Betrugs- und Cyberkriminalitätsteams zusammenarbeiten, können sie frühzeitig Cyberindikatoren aufdecken, die sonst unbemerkt blieben, und darauf reagieren, bevor sie sich zu Betrugsfällen ausweiten.

Die Verbesserung der Cyberbetrugsanalyse durch integrierte Erkenntnisse ermöglicht es Institutionen, Ressourcen effektiver einzusetzen, indem sie sich auf die Signale konzentrieren, die für die Betrugsbekämpfung am wichtigsten sind. Mit klar definierten Instrumenten und Prozessen zum kontinuierlichen Informationsaustausch stärken Finanzinstitute nicht nur ihre eigenen internen Abwehrmechanismen, sondern auch die kollektive Widerstandsfähigkeit der gesamten Branche.

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Hier ein genauerer Blick auf einige der häufigsten Fragen zum Zusammenhang zwischen Cybersicherheit und Betrugsprävention.

Warum sind Cybersicherheitsvorfälle für die Betrugsprävention relevant?

Viele Betrugsmaschen beginnen mit früheren Cybervorfällen wie Phishing-Angriffen oder Malware-Infektionen. Das Erkennen dieser frühen Signale hilft Banken, Zusammenhänge zu erkennen, bevor Kriminelle gestohlene Daten durch Betrug zu Geld machen.

Welche Herausforderungen verhindern die Zusammenarbeit von Betrugs- und Cybersicherheitsteams?

Organisatorische Silos, Ressourcenengpässe und mangelhafter Informationsaustausch führen oft dazu, dass Betrugs- und Cyber-Teams voneinander getrennt sind. Ohne Zusammenarbeit bleiben Warnsignale ungehört, was die Erkennung verlangsamt und die Banken einem größeren Risiko aussetzt.

Wie können Banken ihre Abwehr gegen Cyberbetrug stärken?

Durch die Einrichtung einheitlicher Rahmenbedingungen für den Informationsaustausch können Banken die Silos zwischen Cyber- und Betrugsteams aufbrechen. Durch den Austausch von Informationen zu zahlungsspezifischen Bedrohungen und die Koordinierung von Reaktionsabläufen werden eine frühere Erkennung, ein schnelleres Eingreifen und geringere Betrugsverluste ermöglicht.

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