Während die Herausforderungen der Globalisierung allgegenwärtig sind, bestehen derzeit Beschränkungen des Zahlungsverkehrs über zwei Arten von Grenzen hinweg – geografische und digitale. Erstere sind oft juristischer Natur, was zu Reibungsverlusten bei grenzüberschreitenden Zahlungen und zu Herausforderungen für Banken und Unternehmen in Bezug auf Abwicklungsgeschwindigkeit, Kosten und Risiken führt. Letztere, einschließlich digitaler Plattformen und geschlossener Systeme (Umgebungen wie der Apple App Store und Facebook, die den Zugriff der Nutzer auf Inhalte und Dienste kontrollieren), sind auf einen Mangel an Interoperabilität bei Zahlungen zwischen digitalen Ökosystemen zurückzuführen.
Geografische Grenzen
Die Anwendungsfälle für grenzüberschreitende Zahlungen nehmen stetig zu. Heutzutage müssen Gelder über zahlreiche Intermediäre und Finanzinstitute fließen, da es keine durchgängigen Systeme über verschiedene Regionen hinweg gibt. Dies führt zu höheren Transaktionsgebühren und längeren Bearbeitungszeiten als bei Inlandszahlungen. Liquiditätsbereitstellung, Währungsumrechnung und Abwicklung von Geldern benötigen Zeit und sind kostspielig.
Die G20 hat einen Fahrplan für schnellere, transparentere und zugänglichere grenzüberschreitende Zahlungen zu geringeren Kosten festgelegt. Die Umsetzung ist im Gange, doch die Schwierigkeit, unter den vielen Beteiligten einen Konsens zu erzielen, hat den Fortschritt verlangsamt. Dabei sind Hindernisse in den Bereichen Kommunikation, Daten und Einhaltung der Vorschriften aufgetreten. Das kurzfristige Ergebnis könnten eher vereinzelte interoperable geografische Gebiete (wie in den ASEAN-Märkten zu beobachten) als eine globale Vernetzung sein.
Digitale Grenzen
Gleichzeitig entstehen große digitale Plattformen mit integrierten Zahlungssystemen (wie Super-Apps), die nicht zwischen verschiedenen geschlossenen Systemen interoperabel sind. (Alipay-Nutzer können beispielsweise kein Geld direkt an Meta-Nutzer senden.) Während die Erwartungen der Verbraucher an ein verbessertes Zahlungserlebnis steigen, stellt die Nachfrage nach Datenkontrolle eine erhebliche Einschränkung für die Interoperabilität dar.
Trotz dieser Widrigkeiten suchen Akteure aus dem privaten und öffentlichen Sektor weiterhin nach Lösungen, um die Interoperabilität von Zahlungen zu gewährleisten. Grenzenlose Schienenwege – bei denen die Reibungsverluste beim Senden von Zahlungen reduziert oder beseitigt werden – werden einen besseren Zugang zu Dienstleistungen über alle Grenzen hinweg ermöglichen und die Art und Weise, wie wir Handel treiben, erheblich verbessern. Diese erstrebenswerte Zukunft wird zu gesteigertem wirtschaftlichem Wohlstand für alle Teilnehmer führen.
Zwei Faktoren könnten zu einem besseren grenzüberschreitenden Erlebnis beitragen: die Nachfrage der Verbraucher und regulatorische Maßnahmen. Verbraucher und Unternehmen erwarten reibungslose Zahlungserlebnisse, und das Geld wird zu Dienstleistungen fließen, die grenzüberschreitend funktionieren. Fintechs wie Wise, Revolut und andere haben sich explizit mit diesen Zahlungsströmen auseinandergesetzt.
Die Verbraucher wünschen sich außerdem einen anwendungsübergreifenden Zugriff, was zu neuen Datenschutzbestimmungen führen könnte, die diesen Anforderungen gerecht werden, sowie zu Echtzeit-Zahlungen, die über geschlossene Systeme hinweg Verbindungen herstellen. Regulierungsbehörden, die nach Fairness streben, könnten digitale Ökosysteme unter Druck setzen, ihre Grenzen zu öffnen und einen besseren Zahlungsfluss zu ermöglichen. Der EU-Digitalmarktgesetz (DMA) vom November 2022 war ein Schritt zur Bekämpfung unlauterer Praktiken von Unternehmen, die als Gatekeeper auf Online-Plattformen fungieren.²⁰