TBB: Welche Herausforderungen habt ihr bei der Umsetzung eurer XR-Projekte erlebt und wie habt ihr sie gemeistert?
Michelle: Gerade beim Prototypen zu THE BELLE BLOCK und I AM WEB3 Sweater mussten wir feststellen, dass technologische Grenzen ein großes Thema sind. Zum Beispiel mussten wir aufgrund der Vorgabe, eine Interaktion über Webbrowser zu ermöglichen, auf Apps verzichten. Dadurch waren einige der Ideen nicht mehr umsetzbar bzw. mussten wir uns die Frage stellen, ob wir das Potenzial ausschöpfen können und eine “digitale Erweiterung” überhaupt Sinn ergibt. Denn ein Phygital kann durch die digitale Komponente von physikalischen Grundgesetzen losgelöst agieren und beliebig erweitert werden. Das ist meist nur mit expliziten Apps möglich. Meine Empfehlung hier wäre die Interaktion mit Digital Wearables via DressX, Zero10 oder zum Einstieg Filter via Snap, damit haben wir Ohrringe für WOM3N.dao erstellt.
TBB: Wie könnt ihr anderen kreativen Köpfen helfen, diese Herausforderungen zu überwinden?
Nina: Es hilft, sämtliche Routen zu skizzieren und zu überlegen, welche Technologien und welcher Aufwand zur Umsetzung notwendig ist. Vor allem aber die Frage, ob die digitale Lösung überhaupt noch einen Sinn erfüllt. Denn oft muss man aufgrund der technologischen Einschränkungen die Idee so weit reduzieren, dass eine digitale Erweiterung nicht mehr auf XR basieren muss. Selbst bei der Frage, Filter zu erstellen, muss man Limitationen berücksichtigen. So sind die Ohrringe der WOM3N.dao via Snap ein interaktives Highlight für dich und eine zweite Person, via Insta, wo wir eigentlich mehr Aufrufe erzeugen können, hingegen wie eine “billige Kopie”.
TBB: Wieso ein AR-Filter für Mastercard?
Nina: Ich habe unterschiedliche Routen skizziert. Doch mein Favorit ist das “I AM WEB3 Wallpaper” als AR-Filter. Wir zeigen damit, wir sind “I AM WEB3” und wir erfüllen einen nachhaltigen Faktor, denn Teilnehmende an unseren Events hätten unsere “Pressewand” nun am Smartphone und können ganz einfach sagen, dass sie beim Event dabei waren, ohne dass wir für jede Veranstaltung eine Wand, ein Roll-up oder Ähnliches produzieren müssen.