6. März 2024
CARE, die globale humanitäre Organisation, hat in Partnerschaft mit dem Mastercard Center for Inclusive Growth Ignite ins Leben gerufen, ein Programm, das das Potenzial wachstumsorientierter Unternehmerinnen und Unternehmer – mehrheitlich Frauen – freigesetzt hat, um zu widerstandsfähigen, inklusiven Volkswirtschaften in Peru, Vietnam und Pakistan beizutragen. Hier ist eine ihrer Geschichten.
Mein Name ist Kausar Parveen und ich komme aus einem Vorort von Multan in Pakistan. Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die mir jetzt bei meinen Unternehmen helfen. Ich beschäftige insgesamt sieben Frauen.
Ich hatte 23 Jahre lang eine Schule für Frauen und Mädchen geleitet und mir in meiner Gemeinde einen guten Ruf erworben, aber als COVID-19 ausbrach, musste ich die Schule schließen.
Ich steckte in einer Finanzkrise und musste einen neuen Weg finden, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich habe beschlossen, ein Bekleidungsunternehmen von zu Hause aus zu gründen. Anfangs war es sehr schwierig, da ich noch kein Vertrauen zu Großhändlern und Ladenbesitzern aufgebaut hatte. Mir fehlten zudem gute Marktverbindungen, sodass ich Rohstoffe nicht zu einem niedrigen Preis erwerben konnte, was mir nur minimale bis gar keine Gewinnspannen ließ.
In Pakistan ist es für eine Frau schwierig, ein eigenes Unternehmen zu gründen, da in der Regel ein männlicher Bürge erforderlich ist, um einen Gründungskredit zu erhalten. Sobald der Mann involviert ist, geht die finanzielle Kontrolle auf ihn über und die Frau muss die Arbeit erledigen, was den Frauen die Hoffnung raubt. Ich hatte das Glück, einen Gründungskredit von einer lokalen Organisation zu erhalten, gefolgt von einem zweiten Kredit über 100.000 PKR – 350 US-Dollar – über den CARE-Partner Agahe.
Agahe hat mich außerdem mit WhatsApp-Gruppen anderer Unternehmer aus verschiedenen Teilen des Landes vernetzt. Dies hat mir bei neuen geschäftlichen Kontakten geholfen, aber auch dazu beigetragen, mich kreativ weiterzuentwickeln und neue Ideen zu entwickeln. Durch diese Netzwerke habe ich Kontakt zu einem neuen Lieferanten geknüpft, bei dem ich Stoffe in großen Mengen kaufen kann, was für mich zu erheblichen Einsparungen geführt hat.
Das Wichtigste, was ich durch das Ignite-Training gewonnen habe, ist das Selbstvertrauen, mich als Frau weiterzuentwickeln. Ich habe auch viel über Unternehmensführung und Buchhaltung gelernt, da ich vorher nicht wusste, wie viel ich verdient oder ausgegeben hatte.
Das digitale Training war auch für mein Unternehmen äußerst vorteilhaft. Früher habe ich Bargeld für den Kauf von Rohstoffen verwendet, aber jetzt nutze ich digitale Tools wie JazzCash und Easypaisa, die Transaktionen wesentlich einfacher machen. Ich habe auch einen YouTube-Kanal erstellt, über den ich meine Produkte vermarkte.
Die Auslieferung meiner Produkte an meine Kunden und die Fortbewegung in der Stadt waren eine weitere Herausforderung für meine Tochter und mich. Normalerweise fahren in Pakistan nur Männer Motorrad, aber wir haben dieses Stereotyp bekämpft. Wir ernten ein paar missbilligende Blicke, aber das Fahrrad hat uns die Freiheit gegeben, zu Lieferanten und Kunden zu fahren und uns mit ihnen zu treffen.
Jetzt, da die Pandemie vorbei ist, läuft meine Schule wieder und mein Bekleidungsgeschäft läuft gut. Mein größter Erfolg ist es zu sehen, wie die Frauen und Mädchen aus meiner Schule wachsen und mit ihren neuen Fähigkeiten ihren Lebensunterhalt verdienen. Als Nächstes möchte ich technisch anspruchsvollere Kurse für meine Studierenden entwickeln, damit wir dazu beitragen können, die Kompetenzen von Frauen in unserer Gesellschaft zu stärken. Für das Bekleidungsgeschäft möchte ich einen Outlet-Store eröffnen. Ich möchte außerdem ein Fitnessstudio und ein Spa bauen, das meine Tochter leiten kann.
Meine Botschaft an andere Frauen, die darüber nachdenken, sich selbstständig zu machen, lautet: Seien Sie unabhängig und selbstbewusst, machen Sie den ersten Schritt, der Rest ist einfach; seien Sie konsequent, und das Unternehmen wird mit der Zeit wachsen. Bewahren Sie Ihre moralischen Werte, seien Sie geduldig und kämpfen Sie für Ihre Rechte. Lassen Sie sich nicht unterdrücken.
Menschen, die mir früher sagten, dass das Geschäftsleben nichts für Frauen sei, respektieren mich heute für das, was ich bin.
Für einen tieferen Einblick in die Auswirkungen von Ignite und um weitere Geschichten über das Unternehmertum von Frauen zu lesen, laden Sie „Unlocking the Potential of Women-led Micro & Small Enterprises: Lessons from Pakistan, Peru, and Vietnam“ herunter.