Schweizer tauschen Liegestuhl gegen Lernferien – der «Skilliday»-Trend boomt
6. Juli 2026 | Zürich | By Oliver JonasFaulenzen war gestern: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer nutzen ihre Ferien, um gezielt Neues zu lernen. Laut einer europaweiten Mastercard-Studie plant bereits fast jede zweite Person hierzulande, im Sommer eine neue Fähigkeit zu erwerben. Der Trend nennt sich «Skilliday» – und verändert das Verständnis von Urlaub grundlegend.
Die klassischen Badeferien verlieren an Bedeutung. Stattdessen setzen Schweizer Reisende zunehmend auf Erlebnisse mit Mehrwert. Eine umfassende Studie von Mastercard und dem Forschungsinstitut 3Gem zeigt: Ferien werden immer häufiger als Gelegenheit genutzt, sich persönlich weiterzuentwickeln.
Jeder Zweite will im Urlaub etwas lernen
In der Schweiz planen 45% der Reisenden, während ihrer Ferien eine neue Fähigkeit zu erwerben. Noch konkreter: 39% haben bereits eine Reise gebucht, bei der das Lernen im Mittelpunkt steht. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei der Generation Z, die gezielt nach Herausforderungen, neuen Erfahrungen und persönlichem Wachstum sucht.
Der «Skilliday» – eine Kombination aus «Skill» und «Holiday» – steht für eine neue Form des Reisens: weg vom passiven Konsum, hin zur aktiven Erfahrung. Die Zahlen zeigen die Dimension des Wandels:
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47% der Schweizer empfinden Reisen als sinnvoller, wenn sie dabei etwas lernen
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44% bewerten neue Fähigkeiten als wertvollere Erinnerung als Souvenirs
Reisen wird damit zur bewussten Investition in die eigene Entwicklung – und nicht mehr nur zur kurzfristigen Erholung.
Natalia Lechmanova, Chief Economist Europe des Mastercard Economics Institute sagt: „Unsere Daten zeigen, dass Reisende heutzutage gezielt nach Erlebnissen und Fähigkeiten suchen, die langfristig erhalten bleiben“. Und: „Das spiegelt auch einen grundlegenden Wandel, wie Menschen den Wert ihres Geldes wahrnehmen. Ausgaben für Erlebnisse zeigen sich widerstandsfähiger als Ausgaben für Waren, und ‚skillbasierte Reisen‘ befinden sich genau in diesem Segment“.
Kulinarik steht ganz oben auf der Wunschliste
Die Lernziele der Schweizer sind klar geprägt von Genuss und Authentizität. Besonders gefragt sind 2026:
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Die Herstellung von Lebensmitteln und Getränken (27%)
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Kochkurse mit lokalen Küchenchefs (26%)
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Wellness- und Bewegungsangebote wie Yoga oder Meditation (25%)
Damit verbindet sich das Bedürfnis, lokale Kultur nicht nur zu erleben, sondern aktiv zu verstehen.
Der Trend hat auch wirtschaftliche Relevanz: 41% der Schweizer sind bereit, mehr für Ferien auszugeben, wenn sie dabei neue Fähigkeiten erlernen. Davon profitieren insbesondere lokale Anbieter – etwa kleine Hotels, Guides oder Handwerksbetriebe, die authentische und praxisnahe Erlebnisse anbieten können.
Daniela Massaro, Country Manager Mastercard Schweiz betont: „Der Wunsch, im Urlaub etwas Neues zu lernen, eröffnet auch für touristische Anbieter in der Schweiz neue Chancen. Wer authentische, lokale und interaktive Erlebnisse schafft, trifft den Nerv der Zeit – und kann sich in einem zunehmend erlebnisorientierten Reisemarkt klar differenzieren.“
Europa entdeckt das Lernen auf Reisen – mit lokalen Unterschieden
Während die Schweiz stark auf Kulinarik und Wellbeing setzt, zeigen sich in Europa unterschiedliche Präferenzen:
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In Italien stehen Handwerk und traditionelle Fertigkeiten im Fokus
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In Österreich steht die Weiterbildung in Fotografie, Malerei oder Schreiben hoch im Kurs.
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In Serbien ist das Lernen von Sprachen besonders gefragt
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In Rumänien dominiert – ähnlich wie in der Schweiz – die Gastronomie
Trotz dieser Unterschiede eint alle Märkte ein klarer Trend: Ferien sollen nachhaltig etwas bewirken.
Der «Skilliday» markiert einen grundlegenden Wandel im Reiseverhalten. Ferien werden zunehmend zur Plattform für persönliche Entwicklung, authentische Erfahrungen und bleibende Erinnerungen – eine Entwicklung, die den Tourismus in der Schweiz nachhaltig prägen dürfte.
Methodik
Mastercard führte gemeinsam mit dem Forschungspartner 3Gem eine Umfrage durch, um die Nachfrage nach lernorientierten Aktivitäten auf Reisen zu untersuchen. Die Feldphase fand im Februar 2026 statt. Insgesamt wurden 27.000 Personen in 28 Ländern befragt, unter anderem in der Schweiz.
Über Mastercard (NYSE: MA), www.mastercard.com
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