KI verändert das Reisen – Destinationen wie Saanen rücken international stärker in den Fokus

9. Juni 2026 | Zürich | By Oliver Jonas

Europa bleibt 2026 globaler Anker für Kultur-, Kulinarik- und Erlebnisreisen. Auch der Schweizer Tourismussektor profitiert von neuen KI-gestützten Reiseoptionen

Das Mastercard Economics Institute (MEI) hat seinen Travel Trends Report 2026 veröffentlicht. Die Analyse zeigt: Künstliche Intelligenz verändert zunehmend wie Menschen reisen – und welche Destinationen sie wählen. In der Schweiz wird dieser Wandel am Beispiel von Ortschaften wie Saanen sichtbar, die nun verstärkt von KI-gestützten Reiseempfehlungen profitieren. 

Insgesamt passen Reisende ihre Entscheidungen immer stärker an veränderte Rahmenbedingungen an – sie wählen bewusster, wohin sie reisen, wie sie reisen und welche Erlebnisse sie suchen. Für Europa ergibt sich daraus das Bild eines resilienten Reisemarktes, der sich zunehmend hin zu einem stärker preis- und nutzerorientierten Reiseverhalten bewegt.

KI bringt neue Reiseziele wie Saanen auf die Karte
Immer mehr Reisende nutzen KI-gestützte Anwendungen zur Planung ihrer Ferien. Diese liefern personalisierte Empfehlungen und lenken die Aufmerksamkeit zunehmend auf weniger bekannte Destinationen abseits der klassischen Hotspots. Davon profitiert auch die Schweiz: Orte wie Saanen rücken verstärkt in den Fokus internationaler Reisender. So erkennt die KI das besondere Potential des Dorfs im Berner Oberland, welches mit denkmalgeschützten Chalets, Wanderwegen und Skigebieten den Zeitgeist vieler Reisender trifft, die gezielt nach entschleunigten und zugleich hochwertigen Reiseerlebnissen suchen.

Europa bleibt ein weltweit bedeutendes Ziel für Kultur und erlebnisorientiertes Reisen
Unterbrechungen im Flugverkehr und in der Energieversorgung haben zwar auf einzelnen Strecken zu geringeren Kapazitäten geführt und Umleitungen erforderlich gemacht. Zugleich entstehen in Europa alternative Drehkreuze im Reiseverkehr. Auch zeigt die Auswertung der geplanten Flugkapazitäten zwischen Juni und September, dass europäische Destinationen weiterhin stark wachsen – auch im Vergleich zum Vorjahr. Sechs der zehn wachstumsstärksten Reiseziele weltweit liegen in Europa. Paris dürfte dabei die höchste Dynamik verzeichnen und seine Rolle als führendes internationales Reiseziel weiter festigen. Dahinter folgen Amsterdam und Brüssel, während auch Barcelona, Madrid und Frankfurt deutliche Zuwächse beim internationalen Reiseaufkommen verzeichnen.

Europas Metropolen bleiben gefragt
Unterschiedliche Ausgabenmuster machen deutlich, wie vielfältig und erlebnisreich Europa als Reisedestination ist. Schweizer Reisende konzentrieren ihre Ausgaben in Frankreich beispielsweise häufig auf Shopping im Detailhandel. Besucherinnen und Besucher aus Grossbritannien und den Niederlanden legen dagegen besonderen Wert auf Gastronomie und kulinarische Erlebnisse bei ihren Reisen. In Spanien wiederum spielt das Nachtleben weiterhin eine zentrale Rolle für den Tourismus – insbesondere bei britischen Gästen, deren Ausgaben in Bars deutlich über dem Durchschnitt internationaler Reisender liegen.

Preisbewusstsein bleibt ein zentraler Treiber der Reisebranche
Steigende Energie- und Kraftstoffpreise treiben die Kosten für Transport und Unterkünfte in die Höhe. Gleichzeitig beeinflussen schwankende Wechselkurse und unterschiedliche Einkommensentwicklungen sowohl die Wahl der Reiseziele als auch die Häufigkeit von Reisen. Viele Reisende planen daher selektiver, was sich in einigen Regionen bereits in einer leicht rückläufigen Nachfrage widerspiegelt. Insgesamt zeigt sich der Reisemarkt jedoch widerstandsfähig – gestützt durch stabile Arbeitsmärkte und eine weiterhin hohe Ausgabenbereitschaft für Erlebnisse. Auch in Europa bleibt die Reiselust bestehen, zunehmend jedoch mit einem stärkeren Fokus auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, den richtigen Zeitpunkt und die Qualität der Reiseerlebnisse.

Bahnreisen gewinnen in Europa weiter an Bedeutung
Die Ausgaben von Reisenden für Zugreisen sind zwischen 2022 und 2025 gestiegen und deuten auf einen schrittweisen, aber spürbaren Wandel im Reiseverhalten hin: Der Weg wird zunehmend selbst zum Reiseerlebnis. Innerhalb Europas nutzen Reisende aus Spanien neu verstärkt die Bahn, gefolgt von Gästen aus den Niederlanden sowie aus Belgien und Grossbritannien. Europa ist damit ein zentraler Treiber dieser Entwicklung – auch dank der deutlichen Ausweitung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Damit wird die Bahn für Reisende zunehmend zu einer attraktiven und klimafreundlicheren Alternative. Gleichzeitig wächst auch das Segment der Luxuszugreisen deutlich: Rund ein Fünftel der weltweiten Ausgaben für Bahnreisen entfällt inzwischen auf dieses Segment. Die Nachfrage kommt dabei vor allem aus Europa, insbesondere aus Italien, Spanien und Grossbritannien. Auffällig ist, dass Reisende aus Italien einen besonders hohen Anteil ihrer Ausgaben für hochwertige Zugerlebnisse verwenden.

Natalia Lechmanova, Chief Economist Europe bei Mastercard: 
«Trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich die europäische Reisebranche bislang robust. Mit der schrittweisen Normalisierung von Reisegewohnheiten gewinnen Faktoren wie Preis-Leistungs-Verhältnis, Bezahlbarkeit und bewusst gestaltete Reiseerlebnisse weiter an Bedeutung. Unsere Daten zeigen, dass Europa seine zentrale Rolle im globalen Reisegeschehen behauptet auch wenn geopolitische Entwicklungen, Wechselkursschwankungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zunehmend beeinflussen, wie und wohin Menschen reisen.»

Über das Mastercard Economics Institute

Das 2020 gegründete Mastercard Economics Institute analysiert globale wirtschaftliche Entwicklungen aus der Perspektive der Verbraucher:innen. Ein interdisziplinäres Team aus Ökonom:innen, Analyst:innen und Datenexpert:innen nutzt Erkenntnisse aus Mastercard-Daten sowie Informationen von Drittanbietern, um regelmässig fundierte Analysen für Unternehmen, Partner und politische Entscheidungsträger bereitzustellen.

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Oliver Jonas, Director Communications Deutschland und Schweiz

Über Mastercard (NYSE: MA)www.mastercard.com

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