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Innovation

20. März 2026

 

Vom Taschenrechner zur menschlichen Gehirnzelle: Was treibt Doom an?

Ein Blick darauf, warum Doom auf fast jedem System läuft – und was das über Computertechnik, Kreativität und KI aussagt.

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Enrique Segura

Senior Specialist,

Digital Marketing,

Mastercard

Über uns im Technologiebereich

In Tech ist unsere regelmäßige Rubrik, die aufzeigt, worüber die Menschen in der Welt der Technologie sprechen – von Kryptowährungen und NFTs bis hin zu Smart Cities und Cybersicherheit. 

 

Es ist zur populären Internetkultur geworden, dass, wenn ein Gerät auch nur die kleinste Menge an Rechenleistung hat, irgendwann jemand versucht, das alte Videospiel Doom darauf auszuführen. Von wissenschaftlichen Taschenrechnern bis hin zu menschlichen Gehirnzellen taucht dieser Klassiker immer wieder an den unerwartetsten Orten auf – zuletzt in einem Experiment zur Erforschung neuer Formen des Rechnens und der künstlichen Intelligenz. 

Doom ist nicht das einzige Spiel, das sich wissenschaftlich betätigt: Forscher haben Minecraft genutzt, um KI-Modelle zu entwickeln und zu testen, und World of Warcraft diente als Labor, um zu untersuchen, wie sich Krankheiten ausbreiten, berichtet Nature. Doch was macht Doom so einfach auf unkonventionellen Plattformen lauffähig, und warum ist es fast drei Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung immer noch so beeindruckend? 

Das 1993 veröffentlichte Doom hat dank seines technischen Designs bis heute überlebt und ist weiterhin erfolgreich. Dass Doom läuft, ist nicht deshalb beeindruckend, weil das Spiel visuell anspruchsvoll ist, sondern weil es weiterhin auf Hardware funktioniert, die nie für Spiele gedacht war.  

Einer der Hauptgründe ist, dass Doom auf einer flexiblen Spiel-Engine basiert. Im Gegensatz zu PlayStation oder Nintendo Switch, deren Spiele exklusiv für ihre Plattformen sind, benötigte Doom nie eine bestimmte CPU und kann mit relativ geringem Aufwand an verschiedene Architekturen angepasst werden. Im Laufe der Zeit wurde die Engine als Open Source veröffentlicht, sodass Entwickler sie frei studieren, modifizieren und portieren konnten. Daher wird Doom oft als eine der fortschrittlichsten und portabelsten Open-Source-Spiel-Engines bezeichnet, die je entwickelt wurden, insbesondere wenn man bedenkt, dass sie etwas über dreißig Jahre alt ist.  

 

Taschenrechner, Kühlschränke und Schwangerschaftstests

Einige der bekanntesten Doom-Portierungen nutzen Alltagsgeräte mit extrem begrenzter Hardware. Grafische Taschenrechner sind ein beliebtes Beispiel. Es ist den Entwicklern gelungen, das Spiel so weit zu optimieren, dass es mit minimalem Speicherplatz und geringer Rechenleistung läuft. Trotz dieser Einschränkungen ist das Spiel immer noch erkennbar und spielbar.

Noch überraschender sind unkonventionelle Portierungen, wie zum Beispiel Doom, das auf einem digitalen Schwangerschaftstest läuft. Dieses Projekt war zwar offensichtlich unpraktisch, zeigte aber, dass die geringe Rechenleistung des Geräts und der verkleinerte Bildschirm dennoch eine vereinfachte Version des Spiels ermöglichen könnten. Bei diesen Experimenten geht es weniger um Nützlichkeit als vielmehr um Kreativität, Neugier und technisches Können. Sie beweisen, dass Doom auch dort laufen kann, wo es niemand erwartet.

 

Doom läuft auf menschlichen Gehirnzellen

Das vielleicht außergewöhnlichste und neueste Beispiel geht über traditionelle Hardware hinaus. Laut Popular Science ist es Forschern gelungen, kultivierte menschliche Gehirnzellen mit einem Computersystem zu verbinden, das das Spiel Doom spielen lernte. In diesem speziellen Fall „spielten“ die Neuronen das Spiel nicht wie ein Mensch, aber sie waren in der Lage, Feedback zu verarbeiten und ihre Leistung im Laufe der Zeit zu verbessern. 

Bei diesem Experiment ging es nicht um Spiele, sondern um die Erforschung neuer Formen des Rechnens und der künstlichen Intelligenz. Der Einsatz von Doom in diesem Umfeld ist sinnvoll, da das Spiel Echtzeit-Feedback, klare Ziele und eine klar kontrollierte virtuelle Welt bietet. 

„Dies war ein wichtiger Meilenstein, denn er demonstrierte adaptives, zielgerichtetes Lernen in Echtzeit“, sagt Brett Kagan, Chief Scientific und Chief Operations Officer von Cortical Labs, in einer Videoankündigung.

Dies beweist einmal mehr, dass Doom auch über seinen ursprünglichen Zweck hinaus nützlich ist. 

Heute ist Doom viel mehr als nur ein klassisches Videospiel geworden. Es ist in gewisser Weise zu einem kulturellen und technischen Maßstab geworden. „Ja, aber kann es Doom ausführen?“ ist eine gängige Formulierung in Internet-Subforen zum Thema Gaming und spiegelt die Relevanz des Spiels als spielerische Möglichkeit wider, die Grenzen von Hardware, Software und sogar Biologie auszutesten. 

Jede neue Plattform, auf der Doom läuft, ist eine Erinnerung daran, dass gutes Design, Offenheit und vor allem menschliche Kreativität der Technologie ein unerwartet langes Leben verleihen können. 

Und wenn uns die Vergangenheit eines gelehrt hat, dann, dass Doom noch lange nicht am Ende ist. 

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