2. Februar 2026
Als der Gesundheitszustand meiner Mutter nachließ, überließ sie mir die Verwaltung ihrer Finanzen, unter der Bedingung, dass ich weiterhin ihr Scheckbuch führe. Von Hand. Als Mitglied der stillen Generation , die in einer Zeit erwachsen wurde, als Banken noch einen männlichen Bürgen verlangen konnten, wenn eine Frau ein Konto eröffnen wollte, fühlte sich meine Mutter besser, wenn sie ihren Kontostand bis auf den Cent genau sah – meine miserablen Noten in Mathematik spielten dabei keine Rolle.
Mein Mann, der am Ende des Babybooms geboren wurde, fährt lieber zum nächsten Geldautomaten am anderen Ende der Stadt, um Schecks einzuzahlen, obwohl die App, die ich auf seinem Handy installiert habe, ihm dies mit ein paar Fotos und wenigen Klicks ermöglicht. Und in der Nacht, als mein Sohn der Generation Z zu einem Praktikum ins Ausland aufbrach, fragte ich ihn, ob er sich an die PIN seiner Debitkarte erinnere. Er sah mich an, als hätte ich ihn gebeten, einen Grammophon oder eine Sonnenuhr einzupacken.
Er konnte sich nicht erinnern, weil er nie Bargeld benutzt. Sein Portemonnaie ist sein Handy. Für den Fall, dass er auf ein Kassenterminal stoßen sollte, das eine PIN erfordert, fuhren wir auf dem Weg zum Flughafen zu demselben Geldautomaten, um etwas Bargeld abzuheben, und ich fügte ihn schnell als autorisierten Benutzer zu einer meiner Kreditkarten hinzu und aktivierte diese Karte auf seinem Handy. Das liegt daran, dass ich zur Generation X gehöre – geboren im analogen Zeitalter, jetzt aber für das digitale geschaffen bin.
In meiner eigenen Familie kann man über vier Generationen hinweg sehen, wie unterschiedlich wir über Geld, Vertrauen und Technologie denken. Mehr als andere Generationen prägen die digital aufgewachsenen Angehörigen der Generation Z unseren Umgang mit Geld und finanzieller Gesundheit und Sicherheit neu, aber sie sind nicht die einzige Generation, die die Regeln neu schreibt. Jede Generation interagiert mit der Finanzwelt auf eine Weise, die von ihrem jeweiligen historischen Moment geprägt ist, und formt dadurch wiederum Finanzverhalten, das unsere Hoffnungen verdeutlicht, unsere Ängste widerspiegelt und unser Vertrauen zum Ausdruck bringt.
Eine Umfrage von Deloitte ergab, dass die Generation Z dreimal so häufig wie die Babyboomer Online-Betrügereien zum Opfer fällt – allerdings verloren die Boomer aufgrund ihres größeren angehäuften Vermögens im Durchschnitt mehr Geld. Jüngere Konsumenten sind auch viel eher bereit, die Bank zu wechseln; die Generation Z wechselt ihren Finanzdienstleister zwei- bis dreimal häufiger als ihre Eltern der Generation X oder der Babyboomer-Generation und verliert dabei manchmal den Überblick über ihre Konten und Dienstleistungen. Und während die Babyboomer den Löwenanteil der Unternehmen besitzen, gründen die Generation Z und die Millennials Unternehmen früher und mit mehr Selbstvertrauen, inspiriert von der Creator Economy, die jünger ist als sie selbst.
„Die Zukunft der Finanzdienstleistungen kann nicht für den vielbesungenen ‚Durchschnittsverbraucher‘ gestaltet werden“, sagt mir Bunita Sawhney, Chief Consumer Products Officer von Mastercard. „Wenn wir verstehen, warum und wie verschiedene Generationen ihre finanziellen Angelegenheiten regeln, können wir Instrumente, Dienstleistungen und Systeme entwickeln, die flexibel genug sind, um allen Generationen gerecht zu werden.“
Und genau deshalb beschäftigt sich das Mastercard Newsroom diesen Monat damit, zu untersuchen, wie die einzelnen Generationen mit dem Thema Finanzen umgehen – denn das Verständnis dieser Unterschiede kann allen zugutekommen. Die Forderung der Generation Z nach Geschwindigkeit und Personalisierung treibt die gesamte Branche in Richtung intuitiverer, benutzerfreundlicherer Erlebnisse. Der Wunsch der Babyboomer nach Stabilität verbessert die Schutzmaßnahmen und die Sicherheit. Die unternehmerische Energie der Millennials liefert Werkzeuge für Kleinunternehmer. Und die analoge/digitale Vertrautheit der Generation X macht sie zu einer Brücke zwischen den Epochen.
In den nächsten Wochen werden wir eine junge Freiwillige kennenlernen, die älteren Erwachsenen in Istanbul hilft, digitale Kompetenz aufzubauen, Unternehmer im Norden des Bundesstaates New York, die die sechste Generation in das Familienunternehmen einführen, und eine Unternehmensanalystin in ihren Fünfzigern in London, die in ihrer ehemaligen Kindergartenschülerin eine Mentorin gefunden hat. Wir werden uns mit der wachsenden Wirtschaftskraft der Jugendkultur auseinandersetzen und damit, wie verstaubte Geschäftspraktiken von einer Generation umgestaltet werden, die noch nie einen Scheck ausgestellt hat.
In dieser Reihe geht es nicht darum, Generationen zu trennen, sondern voneinander zu lernen. Denn wenn Finanzinstrumente die Menschen dort abholen, wo sie stehen, kommen alle voran.