18. Juni 2025
Viola Davis verbrachte ihre Kindheit in Central Falls, Rhode Island, wo sie von der brutalen Realität der Armut geprägt war: baufällige Wohnungen, rattenverseuchte Zimmer, Toiletten, die nicht spülten, und Möbel, die vom Straßenrand aufgelesen worden waren. Da ihre Eltern nur über eine minimale Schulbildung verfügten – ihr Vater hatte einen Bildungsabschluss der zweiten Klasse, ihre Mutter der achten Klasse –, verstand sie schon früh, dass eine begrenzte Schulbildung oft auch begrenzte Möglichkeiten bedeutete und dass Armut Träume zerstören konnte, bevor sie sich überhaupt richtig entfalten konnten.
Sie kämpfte sich durch die Schauspielerei nach oben, entdeckte ihre Leidenschaft für das Theater in der High School und schloss später das Rhode Island College mit einem Theaterabschluss ab, bevor sie ihr Studium an der Juilliard School fortsetzte. Für ihr Broadway-Debüt in „Seven Guitars“ gewann sie einen Tony Award und erhielt 2008 für „Doubt“ die erste von vier Oscar-Nominierungen. Schließlich wurde sie zur seltenen EGOT-Künstlerin – einer Künstlerin, die mindestens einen Emmy, Grammy, Oscar und Tony Award gewonnen hat.
„Ich habe das goldene Ticket bekommen“, sagte sie kürzlich vor einem gebannten Publikum auf dem Global Inclusive Growth Summit des Mastercard Center for Inclusive Growth in Washington, DC, wo sie über die Davis-Tennon Foundation sprach, die sie zusammen mit ihrem Produzenten-Ehemann Julius Tennon gegründet hat, und über die Entwicklung der Philanthropie hin zu etwas Inklusiverem, Authentischerem und Wirkungsvollerem.
„Ich kam nach Hollywood, ich stand auf den Bühnen von New York und ich bekam das goldene Ticket“, fuhr sie fort. „Und da herrscht Ernüchterung.“ Es gibt eine Obergrenze, denn so einfach ist das Leben nicht. Erfolg ist nicht das Ziel. Es geht um Bedeutung. Es ist Transzendenz. Es ist die Erkenntnis, dass man es nicht mitnehmen kann. „Man muss etwas für andere hinterlassen, damit Viola Davis nicht die Ausnahme bleibt, sondern die Regel wird.“
Davis' Herausforderungen reichten über die materielle Armut hinaus. Als dunkelhäutiges Mädchen in einer überwiegend weißen katholischen Gemeinde wurde sie ausgegrenzt, ihr Selbstgefühl war ständig bedroht.
„Das war alles nur Ballast für mich“, sagte sie. „Eine schwere Last für meine Seele.“ Eine Belastung für deine Vision dessen, was du werden willst. Eine Last, die die Energie blockiert, es zu werden, und die zeitweise nicht die Fähigkeit besitzt, es zu sehen.“
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Doch inmitten dieser schwierigen Lage wurden Samen der Hoffnung gesät. Die Gemeindeprogramme wurden zu einer Rettungsleine. Das Blackstone Valley Community Action Program, bei dem ihre Mutter an Treffen mit anderen berufstätigen, armen Müttern teilnahm, schuf Nachmittagsprogramme. Obwohl die Programme einfach gehalten waren – sie boten Ernährungs- und Nähkurse an –, boten sie ihr auch eine wichtige Fluchtmöglichkeit vor der häuslichen Gewalt, die ihr Zuhause durchdrang.
In einer schicksalhaften Nacht, als Davis neun Jahre alt war, wurde sie Zeugin, wie ihr Vater versuchte, ihrer Mutter die Beine zu brechen. Das Trauma dieses Augenblicks war transformativ. Sie schrie unkontrolliert und erlebte, was sie als einen Nervenzusammenbruch beschreibt.
In diesem Moment der Verzweiflung betete sie darum, aus dieser Situation befreit zu werden, schloss die Augen und zählte bis zehn, in der verzweifelten Hoffnung auf eine wundersame Rettung. Als sie die Augen öffnete und sich immer noch in derselben schmerzhaften Realität wiederfand, erkannte Davis, dass die Flucht in ihrer eigenen Verantwortung liegen würde. Ihre Reise wurde zu einer Frage der Selbstdefinition, sie ging über das bloße Überleben hinaus und schuf Bedeutung.
Aus dieser Philosophie entstand die Davis Tennon Foundation, die sich auf ihre Heimatstadt Central Falls konzentriert. Gemeinsam mit Tennon, der auch ihr Produktionspartner bei JuVee Productions ist, engagiert sie sich dafür, Chancen für Kinder zu schaffen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, die sie einst selbst erlebt hat. Die Stiftung verfolgt einen zutiefst persönlichen und zielgerichteten Ansatz: Sie arbeitet eng mit lokalen Führungskräften zusammen, die die differenzierten Bedürfnisse der Gemeinschaft verstehen, und konzentriert sich auf die Schaffung nachhaltiger Veränderungen anstatt auf vorübergehende Lösungen.
„Ich sehe dort viele sechsjährige Violas, und sie sind Träumerinnen, die gespannt darauf warten, was und wer sie einmal werden können“, sagte sie. „Und angesichts der Flut der Ungewissheit weiß ich, dass ich mein goldenes Lasso sozusagen benutzen kann, um sie über Wasser zu halten.“ Das kann ich zumindest. Das ist es, was ich tun kann.