26. September 2025
Intelligente Städte bestehen nicht mehr nur aus Sensoren und Daten. Künstliche Intelligenz hilft heute Städten weltweit dabei, das städtische Leben für ihre Bürger auf innovative Weise zu verbessern, gleichzeitig Geld zu sparen und Dienstleistungen schneller und effizienter zu erbringen. Ob durch staatliche WhatsApp-Chatbots, Graffiti-Erkennung oder die Überwachung des Gesundheitszustands städtischer Bäume – künstliche Intelligenz verändert die Funktionsweise von Städten grundlegend.
Bereits 2019 brachte die Stadtverwaltung von Buenos Aires Boti auf den Markt, einen WhatsApp-Chatbot, der ursprünglich für die Verbreitung von COVID-19-Updates entwickelt wurde. Seitdem hat sich Boti zu einem stadtweiten digitalen Assistenten entwickelt. Es verarbeitet nun von Nutzern gesendete Bilder (z. B. Kfz-Kennzeichen bei Parkverstößen), benachrichtigt Bürger in Echtzeit über alle Ereignisse und ermöglicht es Anwohnern, Straftaten direkt über WhatsApp zu melden. Boti ist mit seinem lockeren, gesprächigen Tonfall zwar für Einheimische konzipiert, unterstützt aber auch Englisch und ist daher auch für Besucher nützlich.
Der Erfolg zeigt, wie KI-gestützte Kommunikationstools das Vertrauen stärken und Dienstleistungen in urbanen Umgebungen optimieren können.
Inzwischen erproben Städte wie Lissabon und Tempe in Arizona KI-gestützte Bilderkennungsmodelle zur Erkennung und Kartierung von Graffiti. Durch die Analyse von Echtzeitdaten von Kameras, die an Fahrzeugen oder Drohnen montiert sind, können diese fortschrittlichen Systeme neue Graffiti in Echtzeit erkennen, betroffene Gebiete georeferenzieren und den städtischen Einsatzkräften helfen, schneller zu reagieren. Das bedeutet, dass sich die städtischen Angestellten nicht mehr ausschließlich auf Meldungen von Bürgern verlassen müssen; stattdessen können sie Gebiete auf der Grundlage datengestützter Erkenntnisse priorisieren.
Dieser proaktive Einsatz von KI spart nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern trägt auch zu saubereren und sichereren Städten bei.
Tokio nutzt KI, um seine Stadtbäume mithilfe des Plant Doctor-Systems zu überwachen und zu schützen, das von der Waseda-Universität und der Ryukoku-Universität entwickelt wurde. Mithilfe fortschrittlicher Computer Vision, basierend auf YOLOv8, DeepSORT und DeepLabV3+, analysiert das System Bilder von Straßenbäumen, um Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingsbefall zu erkennen.
Montiert auf Drohnen oder Fahrzeugen, überwacht Plant Doctor den Gesundheitszustand einzelner Blätter und ermöglicht so eine vorausschauende Pflege. Dies gewährleistet gesündere Stadtwälder, reduziert den kostspieligen Instandhaltungsaufwand und verbessert die Qualität der öffentlichen Plätze in der Stadt.
In New York City nutzt ein KI-Unternehmen per Crowdsourcing gesammelte Dashcam-Bilder für die Inspektion von Fußgängerüberwegen. Dadurch kann sein Modell den Zustand einzelner Fahrbahnmarkierungen analysieren und die Entwicklung im Laufe der Zeit verfolgen. Shanghai und Singapur haben digitale Zwillinge entwickelt, die es ihnen ermöglichen, die Auswirkungen städtebaulicher Maßnahmen wie Neubauten oder Verbesserungen der Mobilität zu modellieren. Von der kleinsten bis zur größten Dimension erweist sich KI als mächtiger Verbündeter im Stadtmanagement.