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Innovation

24. Oktober 2024

 

Auf der New York Comic-Con: Umhänge, Kapuzen und … Mikrochips?

Auf einer der weltweit bedeutendsten Fan-Conventions treffen Geek-Kultur und Technologie aufeinander.

Anthony Venutolo

Manager, Global Communications

Über uns im Technologiebereich

In Tech ist unsere regelmäßige Rubrik, die aufzeigt, worüber die Menschen in der Welt der Technologie sprechen – von Kryptowährungen und NFTs bis hin zu Smart Cities und Cybersicherheit. 

 

Als ich das letzte Mal die Hallen des Jacob Javitz Convention Center für die New York Comic-Con betrat, war ich Single, kinderlos und hatte es mir zum Ziel gesetzt, Indie-Comicautorin zu werden. Ich habe ein oder zwei Treffen mit ein paar Comic-Einsteigern vereinbart und ein paar Sammlerstücke gekauft. Fünfzehn Jahre später war ich auf den kosmischen Umbruch, den ich letztes Wochenende erlebte, nicht vorbereitet. 

Als ich mit meinem Sohn im Teenageralter durch die Hallen der New York Comic-Con 2024 ging, konnte ich nicht umhin festzustellen, wie sehr sich die Veranstaltung weiterentwickelt und an Reife gewonnen hat. Mit rund 550 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von 410.000 Quadratfuß präsentierte sich die Messe unter anderem mit Tech-Giganten wie TikTok, eBay, Samsung, Konami und Capcom, Verlagen wie Scholastic, Simon & Schuster und Penguin Random House sowie Unterhaltungsriesen wie Paramount+, Nickelodeon und HBO. Laut den Veranstaltern zieht die Convention regelmäßig rund 200.000 Besucher an – und das, obwohl sie nur der kleine Bruder der San Diego Comic-Con ist.

Was einst ein Paradies ausschließlich für Comicfans, Sammler und Cosplayer war, hat sich mittlerweile zu einer umfassenden Plattform für Technik und Popkultur entwickelt. Und beim Bummeln von Stand zu Stand wurde es sonnenklar: Geek-Kultur und Technologie sind nicht länger nur Partner – sie werden untrennbar. Wir lesen nicht mehr nur Comic-Panels oder schauen uns Filme an. Dank der Technologie können wir diese Geschichten heute selbst erleben und sie auf eine Weise in unser Leben integrieren, die wir uns vor zehn Jahren noch nicht hätten vorstellen können.

Irgendwann während der Messe bin ich zufällig am Stand von HBO vorbeigekommen, wo für die neue Comedy-Serie „The Franchise“ geworben wurde. Die Aktivierung beinhaltete „Tecto: Eye of the Storm“, die fiktive Franchise der ebenfalls fiktiven Maximum Studios aus der Serie. Die Show parodiert die Schwierigkeiten der Superheldenfilmproduktion, und es hat Spaß gemacht, in ihre schräge Welt einzutauchen, die Fotos hinter den Kulissen, Superhelden-Requisiten und spielerische Anspielungen auf klassische Superhelden-Klischees und -Markenzeichen bietet. Ich konnte meinen eigenen Superhelden entwerfen und benennen, inklusive eines individuell gestalteten digitalen Filmplakats, das vor einem Greenscreen erstellt und innerhalb einer Stunde auf mein iPhone gesendet wurde.

Aber es ging nicht nur um grüne Bildschirme und QR-Aktivierungscodes. An jeder Ecke spürt man, wie die Technologie in das Fanerlebnis integriert ist – sei es der Einsatz von 3D-Druckern zur Herstellung hyperrealistischer Cosplay-Kostüme oder Reihen von Gaming-PCs, die für Demos der neuesten Version von „PUBG: Battlegrounds“ aufgebaut sind. Die Technik war bei der Comic-Con kein Nebenaspekt, sondern stand im Mittelpunkt.

Erinnert sich sonst noch jemand an diese furchterregend leicht entflammbaren Halloween-Kostüme, die man im örtlichen Ramschladen gekauft hat? Die Zeiten haben sich geändert. Ich war fasziniert davon, wie Cosplayer die Technologie für sich nutzen. Abgesehen von beeindruckenden Nähkünsten und Make-up heben programmierbare LED-Leuchten, Stimmmodulatoren und sogar Robotik das Cosplay auf die nächste Stufe. Mir blieb der Mund offen stehen, als ich einen Iron Man-Anzug in Lebensgröße sah, der aussah, als wäre er direkt aus der Filmreihe entsprungen – komplett mit einer hochklappbaren Gesichtsmaske und einem leuchtenden Arc-Reaktor in der Brust.

Was mich besonders beeindruckt hat, war, dass die Geek-Kultur Technologie nicht mehr nur aufnimmt, sondern sie auch aktiv mitgestaltet.

Der Online-Marktplatz und die Auktionsplattform eBay, die seit ihrer Gründung 1995 als Auction Web die Sammlergemeinschaft revolutioniert hat, ermöglicht es Sammlern und Händlern, sich mit Gleichgesinnten über Live-Stream-Auktionen und Auftritte der Comic-Elite, darunter Jim Lee, Chief Creative Officer von DC Comics, und Robert Kirkman, dem Schöpfer von „The Walking Dead“, zu vernetzen.

Es war offensichtlich, dass diese Unternehmen nicht nur da waren, um zu prahlen, wessen Stand der größte, lauteste und coolste sein könnte. Sie waren da, um zuzuhören. Die Besucher der Comic-Con sind technikbegeistert und leidenschaftlich, und das Feedback, das diese Unternehmen bei einer solchen Veranstaltung erhalten, trägt dazu bei, die nächste Generation von technischen Spielzeugen, Apps und Plattformen zu gestalten.

Nach dem Besuch der Comic Con war klar, dass Geek-Kultur und Technologie auf Kollisionskurs sind und sich diese Entwicklung nur noch verstärken wird. Wir sehen bereits die ersten Auswirkungen von KI auf Kunst und Geschichtenerzählen. Der Aufstieg von NFTs und Blockchain-Technologie schafft neue Möglichkeiten für Fans, mit ihren Lieblingsmarken zu interagieren. Und wer weiß, was beim nächsten Mal passiert? Vielleicht kann ich mir ja irgendwann ein komplettes digitales Cosplay-Outfit auf der Blockchain kaufen oder direkt vom Wohnzimmer aus in eine Augmented-Reality-Version der Convention eintauchen.

Die Convention war nicht nur eine Feier der Fankultur – sie bot auch einen Einblick in die Zukunft, wie Technologie und Geek-Kultur sich gegenseitig prägen und inspirieren werden. Nicht mehr alle diese Spielereien stehen Tony Stark oder Bruce Wayne zur Verfügung. Und ehrlich gesagt, ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie es weitergeht.